10.06.2020, „Hören, lauschen, lernen“ – Sprachspiele für Kinder, abgeschlossen

Wöchentlich wurden mit den Schulanfängern

„Hören, lauschen, lernen“ - Sprachspiele

für Kinder im Vorschulalter nach dem Würzburger Trainingsprogramm zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache, durchgeführt.

Dieses Trainingsprogramm besteht aus Spielen und Übungen zu sechs verschiedenen Bereichen, die inhaltlich aufeinander aufbauen und das Ziel verfolgen, dem Kind einen Einblick in die Struktur der gesprochenen Sprache zu verschaffen.
Es beginnt mit Lauschspielen, die das Ziel haben, das Gehör der Kinder für Geräusche in ihrer Umgebung zu schulen und dabei auch das Wissen zu vermitteln, dass Sprache etwas ist, worauf man hören und lauschen muss. Die Kinder hören, erkennen und benennen Geräusche, erzeugen selbst Geräusche, flüstern Botschaften, um die Bedeutung deutlichen Artikulierens für das Verstanden Werdens zu erfassen.

In der zweiten Trainingseinheit werden Reime eingeführt. Die Kinder sollen Parallelen in der Lautstruktur als sprachliches Prinzip entdecken und anwenden. Reime werden vor – und nachgesprochen, die Kinder reimen frei oder mit Bildkarten, ergänzen Sätze mit einem Reimwort, hören viele Kinderreime.

In der dritten Trainingseinheit werden die Kinder mit den Konzepten Satz und Wort vertraut gemacht. Sie lernen, dass gesprochene Sätze sich in kleinere Einheiten (Wörter) zerlegen lassen. Hier werden erstmals die Prinzipien „Analyse“ (Zerlegen eines Satzes in Wörter) und Synthese (Verbinden einzelner Wörter zu einem Satz) besonders geübt. So bekommen die Kinder etwa die Aufgabe, jedes Wort durch Hüpfen oder Klatschen zu markieren, unter Verwendung von Bausteinen werde Sätze gelegt, zusammengesetzte Wörter zerlegt, oder einzelne Wörter zu einem neuen Wort verbunden. (z.B. Haus - Tür).

Die vierte Trainingseinheit befasst sich mit Silben. Die Kinder lernen, durch Klatschen und rhythmisches Sprechen die akustische Einheit von Silben wahrzunehmen. Durch verschiedenste Spiele soll den Kindern die Silbengrenze deutlich gemacht werden, sie sollen sich Wörter mit möglichst vielen Silben ausdenken oder aus Bildkarten auswählen.

In der fünften Trainingseinheit geht es um die Identifikation von Anlauten in Wörtern. Zu Anfang wird der Anlaut gedehnt vor – und nachgesprochen (z.B. Nnnn-adel). Die Kinder identifizieren den ersten Laut beim eigenen Namen, suchen Bildkarten aus, die mit dem gleichen Anlaut beginnen.
Schließlich üben die Kinder den Anlaut von dem Rest des Wortes zu trennen (aus Rrrr – eis wird Eis) oder es werden neue Anlaute hinzugefügt (aus Ohr wird Rrrr – ohr).

Die sechste Trainingseinheit beschäftigt sich mit Phonemen. Die Kinder üben, sich auf Laute innerhalb des Wortes zu konzentrieren und die Lautgrenze akustisch wahrzunehmen. In einer Fülle von Spielen wird der Umgang mit Lauten geübt. Etwa sollen die Kinder aus einem Set von Bildkarten diejenigen heraussuchen, auf der das längste Wort dargestellt ist, oder sie suchen alle Bilder, auf denen Wörter mit einer bestimmten Lautanzahl dargestellt sind.
Hingewiesen wurden wir auf das Programm dankenswerterweise von Mag. Roswitha Hafen (u.a. Dipl. Legasthenietrainerin Dipl. Dyskalkulietrainerin).

für das Kindergartenteam, Maria Gößler