In ehrendem Gedenken – Johann KLEMENT-SCHMÖLZER
20. März 2026 2026-03-20 21:43In ehrendem Gedenken – Johann KLEMENT-SCHMÖLZER
In ehrendem Gedenken – Johann KLEMENT-SCHMÖLZER
Ein Leben für Familie und Gemeinschaft – in ehrendem Gedenken:
Johann Klement-Schmölzer,
der langjährige Eigentümer bei vulgo „Stör“ in Gießenberg,
vielfach „Stör Hans“ genannt,
hat sein Leben plötzlich und unerwartet am 20. März 2026 in die Hände unseres Schöpfers zurückgegeben.
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Seine Jugend – Ausbildung – Landjugend
Am 17. März 1939
wurde unser geschätzter Mitbewohner und Freund in Neudorf bei Mooskirchen geboren. In der schwierigen Zeit des zweiten Weltkrieges wurde der Säugling großgezogen, mit allem, was notwendig war, was man ihm geben konnte.
Nach harten Jahren der schulischen Ausbildung, die einen Unterricht an der Volksschule Mooskirchen nicht an allen Werktagen möglich machten, wurde der junge Mann bald mit allen Arbeiten in der Land- und Forstwirtschaft vertraut.
Seine Übersiedlung zum Anwesen vulgo Stör nach Gießenberg in der zweiten Hälfte der Fünfziger Jahre nahm er geduldig „in Kauf”. Zuvor war er schon viele Jahre als Ministrant in der Pfarrkirche Mooskirchen gerne gesehen und auch bereit, sich ehrenamtlich öffentlichen Aufgaben zu widmen.
Die erstmalige
Gründung einer LANDJUGEND-Ortsgruppe
ist Hans zu verdanken.
Ihm wurde bereits im Jahr 1959 das Vertrauen als Obmann ausgesprochen; damit nicht genug. Das erfolgreiche Wirken wird wohl auch beigetragen haben, die Leiter eine Stufe höher zu steigen und für einige Jahre die Funktion als Bezirksobmann der Landjugend Voitsberg zu übernehmen.
Gesang – Theaterspiel
Seine wunderbare Stimme war im Kirchenchor Mooskirchen, damals unter Leitung von Cäcilia Hirschfellner („Muscher Cilli“), die auch Organistin war, sehr gefragt.
Zu vielen kirchlichen, mehr noch zur Gestaltung von Trauerfeierlichkeiten – im Ensemble, das Begräbnisse zu umrahmen bereit war – wurde er gerufen. Männerstimmen waren rar; seine besondere durfte nicht fehlen. Eine Vielzahl an Jahren war er „fixer Bestandteil“ jener Gruppe, die – damals war es so üblich – nahezu jede Trauerfeier in der Kirche, auf dem Weg zum Friedhof und bei der Beisetzung selbst musikalisch mitgestaltete.
Auch dem Männergesangverein, vorwiegend unter Chorleiter Karl Schabl, aber auch unter seinen Nachfolgern, gehörte er natürlich an. Viele nette Begebenheiten hat Hans, der ehemals wie bis in seine letzten Tage unerhört temperament- und humorvoll war, spontan aus dieser Zeit, beginnend vor Jahrzehnten bis in die 1980er, zu berichten gewusst.
Einer Gruppe, die mit Theateraufführungen die Lachmuskel sehr vieler Gäste zu strapazieren bereit war, gehörte er ebenso an. Sein Wesen war einfach in jeder Rolle ein Gewinn für die gesamte Gruppe. Das Publikum “wartete” auf seine Auftritte und anerkannte exzellente Leistungen.
Ehe – Familie – Bauer sein – Nebenerwerb
Am 14. August 1965 führte Hans seine große Liebe, Erna Fromm, in St. Johann-Köppling vor den Traualtar.
Mit den Kindern Johann, Ernestine und Josef – in den Jahren 1966 bis 1969 geboren – war alles Familienglück im Hause vulgo Stör vollkommen.
Die Erträgnisse aus der Land- und Forstwirtschaft vermochten das Notwendige, bei allen Sparmaßnahmen, kaum zu decken. Das Angebot, in den Dienst der Österreichischen Post AG zu treten, nahm er wohlüberlegt als dann Nebenerwerbsbauer an. Jahre danach folgte dem Zustelldienst jene in der Verteilung im Nachtdienst, die eine bessere Vereinbarkeit mit allen erforderlichen Arbeiten zuhause ermöglichte und finanziell auch spürbar war.
Bauer war er und blieb er; ein unerhört leidenschaftlicher noch dazu. Auch ein verantwortungsbewusster Vertreter der Bauernschaft; ein Leben lang, bis zu seinem Tod.
Verständlicherweise hat sich Hans auch stets in der Standesvertretung verdient gemacht, als Mitglied und langjähriger Funktionär des Steirischen Bauernbundes.
Als einer, der die Sorgen und Nöte der Bäuerinnen und Bauern kannte und immer zur vollsten Zufriedenheit zu vertreten wusste. Da war ihm einfache, hilfreiche Zusammenarbeit mit den Obleuten und seinen „Berufskollegen“ im Interesse und zum Wohle aller Bauern sehr wichtig.
Auch das Werden der Trockengemeinschaft Neudorf oder die Gründung der Kürbisputzgemeinschaft hat unser Verstorbener mit Interesse und gutem Willen positiv unterstützt.
öffentliches Ehrenamt
Das, was Johann Klement-Schmölzer im Bund Steirischer Landjugend lernte und bewirkte, durfte er bald danach als
Gemeinderat der ehemaligen Gemeinde Gießenberg,
in den letzten Jahren vor der Zusammenlegung mit der Marktgemeinde Mooskirchen (mit 1. Jänner 1968) als dortiger Gemeindekassier, öffentlich „zur Umsetzung und Gestaltung“ bringen. Danach gehörte er noch dem
Gemeinderat der neu gebildeten Marktgemeinde Mooskirchen
an und wurde später zum
ORTSVORSTEHER für Gießen- und Weinberg
durch unsere ehemaligen Bürgermeister Engelbert Huber sen., sowie Johann Trost, bestellt.
Mit Erreichen der Altersgrenze endete diese von ihm sehr gerne und ehrgeizig wahrgenommene Funktion. Sie führte ihn im Laufe jedes Jahres seiner Funktionszeit in nahezu alle Haushalte seines Verantwortungsbereiches. Sozusagen, auch dem Gesetz nach, als „rechte Hand“ des Bürgermeisters zu dienen, das war ihm „auf den Leib geschrieben“. Er übte diese Tätigkeit, wie er oftmals dankbar wie stolz bemerkte, sehr gerne aus, war in allen Häusern willkommen und hatte zur Gelegenheit auch immer Muße, das Gespräch, das Miteinander so zu pflegen, wie man es sich wünscht.
sein Glaube – beispielgebendes Wirken für die Pfarre
Kraft und Halt, so meinte er nicht nur einmal, gab ihm immer und zu jeder Zeit sein fester Glaube. Einer, der ihm von Kindesjahren an vermittelt wurde.
Als
langjährig dienender Ministrant,
er musste den nicht wenig weiten Weg von zuhause in die Pfarrkirche bei allen Witterungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad auch frühmorgens (die hl. Messen wurden um 6:00 h und 6:45 h zu Zeiten als noch Kaplan und Pfarrer in Mooskirchen seelsorglich tätig waren, gefeiert) nehmen.
Der sonntägliche Gottesdienstbesuch, die Anwesenheit als Sänger bei vielen Begräbnissen, Trauungen, oder anderen kirchlichen Ereignissen sah er einfach als Selbstverständlichkeit. Zur Ehre Gottes gestalten zu dürfen, zählte für ihn zu den besonderen, zu den ihn prägenden Möglichkeiten.
Auch als Vorbeter bei freudigen und traurigen Anlässen war „Stör Hans“ sehr oft angefragt.
In diesem Zusammenhang lassen wir nicht unerwähnt, dass er ein inniges Naheverhältnis zu seinem Onkel Hans hatte, der als Priester aus Mooskirchen in vielen Pfarren der Steiermark tätig war. Zuletzt dem Domkapitel als Erzdechant angehörte.
Mit allem Idealismus unterstützte er, so lange es möglich war, die Bemühungen zum Erhalt und zur laufenden Pflege der Gießenberger Dorfkapelle.
Ehrenamt – Raiffeisen-Funktionär
Neben seinem Bemühen um gute, beste Nachbarschaft,
um ein gedeihliches Miteinander im Dorf,
die Aufrechterhaltung von Brauchtum
auch rund um die wertvolle Dorfkapelle in Gießenberg, wollen wir nicht vergessen, dass sich der Verstorbene auch gut
drei Jahrzehnte ehrenamtlich in der ehemaligen Raiffeisenkasse Mooskirchen
(später Raiffeisenbank) verdient machte. Er gehörte dem
Gremium des Vorstandes
an und war dort das gewünschte Bindeglied zwischen Mitgliedern und Funktionären bzw. Mitarbeitern. Er verstand sich dabei immer als Fürsprecher der kleinen Sparer. Jener Kunden, die finanzielle Hilfe im Hause Raiffeisen in Anspruch nehmen und bestens bedient sein wollten.
Bis zur erreichten Altersgrenze konnte er viele Entscheidungen mittragen und wurde für seine Verdienste – wie auch durch die Marktgemeinde Mooskirchen – entsprechend gebührend gewürdigt.
zuletzt
Vor Jahren wurde die Verantwortung für den land- und forstwirtschaftlichen Betrieb an Sohn Josef übergeben. Wo immer nötig, war Hilfe für ihn und Gattin Gabriele garantiert. Allen notwendigen Veränderungen stand er wohlwollend gegenüber, war so immer am „Puls der Zeit“.
Seine große Freude aber wohl Enkel- und Urenkelkinder, die bei ihm einen besonderen Stellenwert hatten.
Auch das Kartenspiel – zu welcher Zeit immer – war von besonderer Bedeutung für ihn. Bis zuletzt war er gerne gesehener „Gegner“ oder Partner im Spiel.
sein Ende
In den Vormittagsstunden des 20. März 2026 schlief Hans im Krankenhaus Voitsberg friedlich ein. Unerwartet beendete er nur zwei Tage nach der Vollendung des 87. Lebensjahres sein irdisches Dasein.
Wenige zuvor, am Sonntagmorgen, stand er noch mit anderen Pfarrbewohnern nach dem Besuch des Frühamtes in lebhaftem Kontakt.
Ein erfülltes, der Familie und der Allgemeinheit gewidmetes Leben hat plötzlich ein Ende gefunden.
Wir sind Hans unendlich dankbar für alles, was er in seiner Zeit für Mooskirchen, viele Bewohner/innen und die vorgenannten Organisation/en geleistet hat.
DANKE und VERGELT’S GOTT, lieber Hans.
Unsere tiefempfundene Anteilnahme gilt Witwe Erna, Tochter und Söhnen mit ihren Familien
mit ihren Angehörigen.
[Text und Fotos: Bgm. aD Engelbert Huber]