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Josefa Konrath – Vorbildliches Leben für Familie und Dorfgemeinschaft

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Josefa Konrath – Vorbildliches Leben für Familie und Dorfgemeinschaft

Am 12. Dezember 2023 hat unsere geschätzte Mitbewohnerin,
Frau

Josefa Konrath,

vulgo Kienreichschmied, aus Fluttendorf
ihre gütigen Augen nach kurzer schwerer Krankheit im 85. Lebensjahr für immer geschlossen.

Die persönliche Abschiednahme war am Dienstag, 19.12. und am Tag der Trauerfeierlichkeiten (20.12.2023) in der Aufbahrungshalle Mooskirchen möglich.

Das, was an ihr sterblich war, wurde im Requiem, das
Provisor Mag. Wolfgang Pristavec
zelebrierte,
Mitglieder des Chores „pro musica“ und Gerlinde Hörmann, Orgel
würdevoll gestalteten,
verabschiedet und anschließend auf dem Ortsfriedhof an der Seite ihres Gatten Josef Franz beigesetzt.

Der Herr Provisor würdigte das Tun der Verstorbenen, die im Gotteshaus, wie er meinte, einen fixen Platz hatte und gerne der Feier von heiligen Messen beiwohnte. Ihr Mühen in und um die Katholische Frauenbewegung, ihre vielfältigen Hilfen bleiben unvergessen, werden herzlich bedankt.


Auf Ersuchen der Angehörigen hielt 
Bürgermeister Engelbert Huber
einen biografischen Nachruf.

Darin führte er unter anderem wie folgt aus.
1939, am 22. März,
erblickte Josefa in Oberbergla als fünftes von neun Kindern der Ehegatten Franz und Theresia Deutschmann das Licht der Welt. Trotz der schrecklichen Kriegs- und nicht wesentlich besserer Nachkriegsjahre verbrachte sie mit ihren acht Geschwistern, die sie liebevoll Peperl nannten, eine unbeschwerte Kindheit.
In der Pflichtschule, mit dem Besuch von 4 Jahren Volksschule in Frauental und weiteren 4 Jahren an der Hauptschule in Groß St. Florian, erwarb sie das nötige geistige Rüstzeug fürs Leben. Der ihr ermöglichte Besuch der Hauptschule war für damalige Verhältnisse nicht selbstverständlich.

Arbeit in der Landwirtschaft
Es gab keinen Ausweg, sie musste natürlich in der elterlichen Landwirtschaft mithelfen. Ihre Eltern wollten, dass sie mehr und umfassend über die Arbeit einer jungen Frau informiert werde. So war der Besuch der zweijährigen Fachschule für Mädchen auf Schloß St. Martin in Graz-Straßgang bestens geeignet, ja sehr wertvoll für sie und ihr weiteres Leben. Sie war eine junge, dynamische Frau, interessiert und sehr zu begeistern. Gemeinsam mit ihren Freundinnen war sie eine der ersten Sängerinnen im damals neu gegründeten Kirchenchor in Frauental.   Drei Jahre lang verbrachte sie die Sommermonate auf dem Gut Gerhardshof. Dort betreute und vor allem bekochte sie Kinder, die zur Erholung weilten.
Der Blick auf das andere Geschlecht konnte nicht ausbleiben. Sie nützte sich bietende Gelegenheiten, von zuhause weg zu gehen, zum Kennenlernen, zum Austausch und war nie verlegen, auch die eine oder andere Veranstaltung zu besuchen. So, bei einem Ball in Krottendorf, lernte sie den Schwarm ihres Lebens zuerst kennen, dann lieben.

Ehe – Familie
Am 19. Feber 1963 führte Josef Franz Konrath, der Mooskirchner, seine geliebte Peperl in Frauental vor den Traualtar. Eine Glück und für die kommenden Jahre viel Segen bringende Zweisamkeit sollte so beginnen. Im Jahr der Eheschließung, 1963, kam Sohn Gerhard als erstes Kind zur Welt. In den Jahren danach, zwischen 1964 und 1972 erblickten die Kinder Andreas, Roswitha und Klaus das Licht der Welt. Ihre 4 Kinder, in den Jahren hinzugekommene Schwiegerkinder, später auch Enkel- und dann Urenkelkinder waren und blieben bis zuletzt Oma’s ganz großer Stolz.
Froh und glücklich ob dermaßen Familienglück, waren es für Josefa, die mit der Eheschließung nach Fluttendorf zog, und ihren Gatten von harter Arbeit geprägte Jahre. Zeiten des Sparens, der vielen Entbehrungen, der baulichen und auch organisatorischen Veränderungen in Haus und Hof; solche, in denen die Sonne nicht immer alle Strahlen zum Kienreichschmied sandte. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb rückte Josefa nicht von der Seite ihres Mannes, war ihr Leben geprägt und getragen von der Liebe zu ihm und zu ihren Kindern. Auch und besonders gekennzeichnet von der Freude zur Landwirtschaft, als Bäurin im besten Sinne des Wortes. Als solche, die nahezu nur daraus ihren Lebensunterhalt bestritt, mit vielen Tieren am Hof, stets extrem naturnah gepflegtem Wald, mit gut bestellten Äckern und saftigen Wiesen ihr eigenes Reich zu verwalten hatte. Bestens, immens bemüht, und redlich unterstützte Josefa Konrath ihren Gatten und er sie.

Bäurin mit Leib und Seele – Dorfgemeinschaft
Die Liebe zum Bauernstand, ja eigentlich dieses Verwurzeltsein, sehe ich als ihre besondere Gabe, Natur zu schätzen, sie zu nützen, mit ihr auszuführen und umzusetzen. Ihr Verhalten, ihr Zugehen auf andere im Dorf, das mit den anderen teilen, auf sie zu hören, hat ihr bald viel Anerkennung gebracht. Beim Kienreichschmied waren alle willkommen; es war und blieb ein ungemein gastfreundliches Haus. Ein Treffpunkt für Gemeinsames; zum Gedankenaustausch, auch für Feste unterschiedlicher Art. Dorfgemeinschaft war für sie nicht nur ein Wort – es war geprägt von ihrer Leidenschaft, ein wertschätzendes Miteinander zu pflegen, dem anderen Geduld und Verständnis entgegenzubringen, mit möglichst vielen eine Sprache, nämlich die der Ortschaft Fluttendorf, zu sprechen. Das zu bilden, über viele Jahre zu führen und beispielsweise in der Entwässerungsgemeinschaft zu begleiten, gelang nicht nur in Vollendung; es war Erfüllung für sie.
Ein Beispiel für Hilfe und Mitmenschlichkeit ist wohl jenes, als Maximilian Frohmann, der „Jandl Max“, durch Krankheit und Krankenhausaufenthalt gehindert war, Mais rechtzeitig zu ernten. Unter Josefa Konrath fasste man sich ein Herz, folgte ihrem Ruf und alle kamen an einem Abend zusammen, um für den kranken Mitbewohner seinen „Woaz zu schälen“.

Orts- und Gemeindebäurin – Steirischer Bauernbund – ÖAAB
Gleiches kann für die jahrzehntelange, ehrenamtliche Mit- und Führungsarbeit in der bäuerlichen Standesvertretung des Steirischen Bauernbundes oder als Mitglied im ÖAAB anerkennend gesagt werden. Dort wie da waren Ideen und Vorschläge von Josefa Konrath stets willkommen, wurden aufgegriffen und – wenn auch oft zeitverzögert – im Interesse der Allgemeinheit umgesetzt. Unvergleichbar, unersetzbar, Veranstaltungen von der Alteisensammlung über den Fetzenmarkt bis zum Schnapsturnier, Koch-, Back- oder Nähkurse ohne sie Jahrzehnte lang undenkbar; hier und jetzt sage ich nochmals vielen herzlichen Dank für dieses beispielgebende, öffentliche Tun.

Mutter – erste Elternvereins-Obfrau
Josefa Konrath war auch als Mutter eine wahre Perle. Ihren Kindern ermöglichte sie vieles; ja eigentlich alles, soweit es nur irgendwie möglich war. In diesem Muttersein vergas sie aber auch andere Kinder nie. Ihr waren alle gleich. Sie war als eine der ersten in unserer Gemeinde bereit, führend im Elternverein Verantwortung zu übernehmen. Auf Basis besten Einvernehmens mit den Schulleitern, angenehmer Gesprächsbasis mit Pädagoginnen und Pädagogen waren Unterstützungen für Eltern bzw. Schüler auf der einen Seite, möglich, an die zuvor niemand gedacht hätte. Andererseits wurden Schülern Zugänge geschaffen, die wirklich „Neuland“ bedeuteten. In Erinnerung und in enger Verbindung mit unserer Verstorbenen geblieben sind beispielsweise jene Stunden, später Tage, an denen unseren Schülern „Bewegung auf Schiern“ am „Pick-Riegel“, nahe ihrem Hof, in Fluttendorf geboten wurde. Ebenso wären das Volkstanzen, die Gestaltung vieler Feiern oder etwa jährliche Faschingsveranstaltungen mit oder ohne Umzüge zu nennen. Diese durchaus als Aufbauarbeit zu bezeichnenden Tätigkeiten für unsere Elternvereine haben mit oder unter Führung von Josefa Konrath ein starkes, heute noch gut genütztes Fundament erhalten.

Freundschaften
zu schaffen und sie dann auch intensiv zu pflegen, war sie bis zuletzt sehr bemüht. Gäste dieser Trauerfeier, die aus Oberösterreich kommen, werden sich noch gut an jene ersten Begegnungen bei einem Kuraufenthalt erinnern, die ausschlaggebend für den Bestand bis zur Todesstunde waren. Es ringt mir sehr viel Respekt ab, wenn man Einzelheiten über nahezu Familien-Zusammenführungen kennt, die zeigen, dass Josefa Konrath’s Mitmenschlichkeit keine Grenzen gesetzt waren.

Dass die singfreudige Fluttendorferin
Kulturliebhaberin
war, dürfte vielen weniger bekannt sein. Gemeinsam mit ihrem Gatten und/oder mit Freundinnen gönnte sie sich regelmäßig ausgewählte Konzertbesuche, ebenso Opern- oder Operettenaufführungen an verschiedenen Orten.

Reisen bildet
Diese Aussage verwirklichte unsere Verstorbene, solange es möglich war, mit dem Gatten, Bekannten oder Freunden. Da war kein Ziel zu fern, keines zu nah. Selbst krankheitsbedingte Beeinträchtigungen wurden nie als Hindernis gesehen.

„Kinder, hinaus in die Welt ….“
getreu diesem Wahlspruch ermöglichte sie ihren Kindern, die Welt kennenzulernen; ermutigte sie, sich anderen Kulturen zu nähern, fremde Sprachen zu lernen und zu sprechen. Den Austausch weit über unsere Landesgrenzen hinaus – ganz intensiv nach Wales – zu pflegen. Helle Freude bei ihr immer dann, wenn diese Empfehlung angenommen und danach Reise- oder Erfahrungsberichte erstattet wurden. Eine anspruchsvolle Mami – wie man sie nannte –, Oma oder Uroma eben. Eine, die das Herz am rechten Fleck hatte, die die mit den Jahren personell aufgestockte Familie immer in ihren ganz persönlichen Mittelpunkt stellte.

Allen örtlichen
Vereinen oder Organisationen
gegenüber zeigte sie sich immer als sehr großzügig. Als geschätzte Gönnerin unserer Kultur- und Sportvereine, als Patin, noch mehr als durch Jahrzehnte unterstützendes Mitglied unserer heute auch mit einer Abordnung anwesenden Freiwilligen Feuerwehr. Sie freute sich ebenso über Erfolge unserer Schüler oder der Kindergartenkinder. Die Dankbarkeit der Genannten für dieses außergewöhnliche Entgegenkommen durch lange Zeit soll mit den Ausführungen zum Ausdruck gebracht werden.
Josefa Konrath war stets bereit, dem Tagesgeschehen zu folgen, ihre Meinung kundzutun und das Gespräch mit jedem – egal welchen Alters – zu suchen. Wirklich bis zum letzten Lebenstag alles und jedes zu erörtern. Sie war ebenso geschätzt, wie ihr Wollen, in die Gemeinschaft integriert zu sein, immer mit großer Dankbarkeit anerkannt und angenommen wurde. Ihrer Aufgeschlossenheit wegen war sie da wie dort willkommen. Sie war großzügige Gastgeberin, nahm sich für jeden Zeit. Viele verstand sie, in allen möglichen Lebenslagen oder Gesellschaftsbereichen zu unterhalten, ihnen Abwechslung zu bieten und Spaß unter- wie miteinander zu haben.
Lediglich der Tod von Gatten Josef Franz im Feber 2019 veränderte ihr Verhalten deutlich. Allein zu sein, nach mehr als 50 gemeinsamen Ehejahren, das konnte sie nicht oder kaum überwinden.

Beeinträchtigungen
Die letzten Jahre waren von verschiedenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen begleitet. Ärztliche Kunst gepaart mit ihrem eisernen Willen und der Überzeugung, auch solchen Schicksalsschlägen zu trotzen, waren lange Zeit erfolgreich, viele Tätigkeiten wieder möglich. Die Freude über das persönliche Jubiläum von Sohn Gerhard vor kurzem wurde aber getrübt von ernstzunehmender Veränderung des Krankheitsverlaufes.
Am Vormittag des 12. Dezember 2023 ist Josefa Konrath dann dem Willen unseres Schöpfers gefolgt. Still und ruhig, wie sie mehr als 84 Jahre zuvor diese Welt betrat.
Vieles, sehr vieles wäre noch zu sagen, meinte der Trauerredner. Über unsere bescheiden gebliebene Mitbewohnerin. Behalten wir das nicht Ausgesprochene in unserer Erinnerung und nehmen wir es als Vermächtnis für die nächsten Jahre.
Josefa Konrath hat es sich verdient; sie ist ja nicht weg; sie ist nur auf der anderen Seite des Weges.

Dank
Josefa Konrath ist für ihr vorbildliches Leben und Wirken sehr herzlich zu danken. Von allen, für alles, das sie bewegt, initiiert und auch mitgetragen hat. Ihr deshalb ein letztes, aufrichtiges

„Vergelt’s Gott“.

Ein von vielen Menschen gesäumter
Trauerzug
begleitete die Verstorbene

zum Friedhof

im Mooskirchner
Ortsteil FLUTTENDORF.
Dort war sechs Jahrzehnte lang
der Mittelpunkt
pflichterfüllten Lebens und Wirkens
von Josefa Konrath.

Ruhe in Freude

und Frieden!

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